Alle Welt redet heute über die Veranstaltungsbranche und ihre Demonstration, die unter dem Motto „Alarmstufe Rot“ in Berlin stattgefunden hat. Ich hoffe sehr, dass sie damit etwas erreichen können! Ein gewisses unternehmerisches Risiko besteht natürlich immer und wenn der Markt es gerade nicht hergibt, dass man Umsatz macht, muss man beruflich umstellen. Doch die finanzielle Notlage ist nicht selbst verschuldet und wir alle würden ziemlich blöd aus der Wäsche gucken, wenn es schon nächstes Jahr überhaupt keine Möglichkeiten mehr gibt, die zurück gewonnene Freiheit (ggf. durch Impfung) auf Festivals, in Theaterhäusern, Clubs und Co. nutzen zu können. Und da im Moment fast alles wieder erlaubt ist, außer eben Großveranstaltungen (ohne möglichen Abstand), leidet eine Branche, die ohnehin jeden Cent umdrehen muss, am meisten. Also lasst uns bitte öffentlich über Musik reden.

Guter Artikel zur Demo: https://www.volksverpetzer.de/aktuelles/alarmstufe-rot/

Doch wie reden, unabhängig von Politik und Gesundheitsmaßnahmen, die Musikfans und -macher eigentlich untereinander, wenn sie sich über ihre Lieblingswerke unterhalten? Denn irgendwie herrscht die Annahme, dass es entweder um das Privatleben oder Aussehen der als übermenschlich wahrgenommenen Künstler geht – oder hoch analytisch um die Noten und Akkordfolgen von Songs.

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Gespräche über Musik unter Fans

Meine Erfahrung zeigt, dass das beides nicht der Fall ist. Zumindest nicht oft. Wer sich für Musik interessiert, bespricht eher die folgenden Fragen. Die du dir gerne auch selbst stellen darfst beim Lesen und so etwas mehr über dich und deinen Geschmack erfahren kannst.

  • Was ist dein Lieblingssong? Dein Lieblingsalbum? Warum?
  • Gefällt dir die Melodie eines Songs insgesamt? Oder ist es eine bestimmte Stelle, die dich umhaut?
  • Bekommst du einen Gänsehaut?
  • Magst du die Gesangsstimme? Oder den Beat, der unter die Haut geht? Das Echo, die Klarheit oder den Chor im Hintergrund?
  • Kommt ein Instrument vor, dessen Klang du liebst?
  • Gefällt dir die inhaltliche Gesamtaussage, die Botschaft des Songs? Gibt es eine bestimmte Textzeile, die für dich die Welt bedeutet? Oder magst du es vielleicht, wenn Lyrics vielfach interpretiert werden können?
  • Welches Gefühl löst der Track bei dir aus?
  • Wann, wo und mit wem hörst du das Lied am liebsten?
  • Welche Erinnerungen an besondere Momente kommen hoch? An welche Menschen denkst du?
  • Tanzt du zu deinem Lieblingssong? Wenn ja, in welchem Tanzstil?
  • Gefällt dir das Stück besser live vorgetragen oder auf Band wegen dem Sound?
  • Hast du es schon mal live gehört? Wie war das Event?
  • Gehört der Song auch zu einem deiner Lieblingsgenres oder ist es eher ein Ausreißer? Kennst du andere, ähnliche, gute Songs?
  • Kannst du mitsingen? Macht es dir Spaß? Oder ist es nicht deine Stimmlage oder Art des Gesangs?
  • Findest du dich im Inhalt und Lebensgefühl wieder, oder ist es eine andere, faszinierende Welt?
  • Ist der Sound kreativ, mal was anderes? Oder ist es genau das, was du erwartet und gesucht hast, vielleicht für einen bestimmten Zweck?
  • Womit würdest du den Song remixen oder ein Mashup erstellen?
  • Zu welchem Film oder Spiel könnte die Musik passen?
  • Woher und warum kennst du den Song überhaupt?
  • Würdest du etwas daran ändern?
  • Wie ist das Musikvideo dazu? Unterstreicht es die Botschaft oder zeigt es neue Aspekte auf?
  • Gibt es gute Coverversionen, vielleicht sogar welche, die besser sind als das Original?
  • Passt das Lied in seine Zeit?
  • Wann war es beliebt, welche Epoche spiegelt es wieder?
  • Ist der Künstler, der das Stück geschrieben hat, ein Vorbild für dich?
  • Wem würdest du deinen Lieblingssong weiter empfehlen?

Was fällt dir noch ein? Die Liste darf gerne erweitert werden.
Ich freue mich, dass ich mit euch über so viele Aspekte von Musik reden kann.
LG, Foxxy

#alarmstufeRot

Ein Kommentar zu „Lasst uns über Musik sprechen!

  1. Hey, auch an dieser Stelle nochmal: Toller Beitrag mit dem Blick aufs Wesentliche!
    Die Fragen waren eine schöne Gelegenheit abzuschalten, ein paar beantworte ich gerne hier:

    – Was ist dein Lieblingssong? Dein Lieblingsalbum? Warum?
    Eine beliebte Antwort ist ja, dass das stimmungsabhängig sei. Gerne gibt man auch mal einem unpopuläreren Album den Vorzug. Aber wenn ich ehrlich bin, kann die Antwort nur „Black Album“ von Metallica lauten. Es hat geprägt, die aufregendsten Zeiten begleitet, den Grundstein für meinen Geschmack gelegt, ich komme immer wieder darauf zurück und es war auch produktionstechnisch einer der Meilensteine der Musikgeschichte.

    – Findest du dich im Inhalt und Lebensgefühl wieder, oder ist es eine andere, faszinierende Welt?
    Metal war allgemein eine faszinierende andere Welt für mich in jungen Jahren 🙂 Ich war immer zu offen, um mein Lebensgefühl an einem Genre festzumachen. Aber ja – unterm Strich – heavy Gitarren, knallende Drums. durchdringende Vocals … das spricht mich an und aus mir heraus.

    – Würdest du etwas daran ändern?
    Ich mach das ständig 😉 Remixes, Remaster, Mash-Ups, Songreihenfolgen ändern oder ähnliche Alben zu einem neuen Werk zusammenfassen.

    – Ist der Künstler, der das Stück geschrieben hat, ein Vorbild für dich?
    Als ich ins Musikbusiness einstieg hatte ich mal so eine abgeklärte Phase in der ich meinte niemanden mehr bewundern zu dürfen. Aber da bin ich heute viel lockerer. Bei Rock Im Revier sah ich Metallica aus der ersten Reihe und bekam ein Pick von Rob Trujillo zugeworfen. Habe mich gefreut wie ein kleiner Junge. Hetfield ist für mich außerdem immer noch lager than life. Vorbilder habe ich heute zwar nicht mehr wirklich, aber ich bin natürlich geprägt von einer Zeit, als einige Musiker für mich Vorbilder waren.

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