Wie war es, 2020 in der Musikbranche selbständig zu arbeiten?

Von außen lässt es sich schwer beurteilen, wie hart das Pandemie-Jahr die Kultur- und hier im engeren Sinne die Musikbranche wirklich getroffen hat – deswegen habe ich mit jemandem gesprochen, der es erlebt hat und noch tut. Wie ging es vor allem den Selbstständigen in dieser Zeit, die nicht in Kurzarbeit gehen konnten, sondern sich selbst um ein Einkommen kümmern mussten beziehungsweise immerhin durften?

Nick Josten beitreibt die PR-Agentur JO!PR für „Bands und Brands“ (übrigens ein Wortspiel, das mir unabhängig von ihm auch schon eingefallen ist und das ich nach wie vor feiere). Außerdem arbeitet er noch als Booker bei Subkultura Booking – eigentlich. Denn in den letzten Monaten war alles ein bisschen anders.

Im Interview plaudert Nick aus dem Nähkästchen. Der Text ist etwas länger geworden, da es viele wichtige Fragen mit interessanten Antworten gab. Ich würde sagen, nehmt euch jetzt die Zeit. Später, wenn ihr wieder vor den Bühnen feiert, habt ihr sie nicht mehr 😉

Quelle: https://jo-pr.de/

Hallo Nick, lassen wir dieses Interview unter dem Motto „Alarmstufe Rot“ laufen … Warst du denn bei einer Demonstration der Veranstaltungsbranche dabei?

Hi Karla, ich war bei der ersten in meiner Heimatstadt Aachen dabei, zusammen mit einem Kumpel, mit dem ich Konzerte veranstaltet habe. Da wurde die Brücke vor unserem Fußballstadion rot beleuchtet.
Ich bin nicht so der Typ für Demos zu Coronazeiten, aber hier hat sich einmal mehr gezeigt, dass die Veranstaltungsbranche wirklich achtsam mit der Situation umgeht, was Abstände, Hygienekonzepte und so weiter angeht. Ich fand die Aktion toll und gleichzeitig hat man nochmal vielen Kollegen winken können, die ich jetzt so das ganze Jahr nicht gesehen habe.

Quelle: https://alarmstuferot.org/presse, Photo: Schaper Kommunkation, Wolfgang Schaper

Vieles war und ist noch scheiße, aber sicherlich nicht alles. Was war 2020 ein besonders schöner Moment, privat und beruflich?

2020 war für mich beruflich eigentlich sehr interessant: Ich bin von 50% Booking und 50% PR auf 99% PR gegangen und musste zwangsläufig super viel lernen. Wer weiß, ob ich das sonst gemacht hätte.
Einen einzelnen Moment heraus zu picken ist da schwer, ich denke es war der Moment, in dem mir klar geworden ist: Wow, das funktioniert ja! Ich bin seit so kurzer Zeit erst mit meiner PR-Agentur am Start und arbeite schon für ein paar meiner liebsten Indie-Labels!
Als ich fest ins Team von SBÄM Records kam und plötzlich mit ein paar meiner Heroes in Kontakt stand, das hat mich persönlich auch sehr geflasht. Privat lief halt alles so seinen gewohnten Gang, nur ohne Urlaub und Gigs. Meine Frau und ich sind gesund, das ist mir immer die Hauptsache.

Du machst hauptsächlich PR für Musiker, aber ja auch für andere Unternehmen. Konnte sich das ein wenig ausgleichen, also dass es für andere Branchen mehr Aufträge gab?

Lustigerweise ist das Gegenteil eingetreten: Ich habe angefangen, PR für Unternehmen zu machen, meist lokale. Mit und mit kamen Bands dazu, weil ich als Booker seit ein paar Jahren für Bands arbeite und das daher für mich logisch war. 2020 mussten sich dann aus finanziellen Gründen mehr und mehr dieser Unternehmen verabschieden, sodass ich plötzlich fast eine reine Musikagentur war.
Damit hätte ich absolut nicht gerechnet. Die Unternehmen, für die ich noch arbeite, sind halt eben Recordlabels oder Festivalveranstalter oder andere Agenturen, die mit Musik zu tun haben. Ich war zwischenzeitlich Pressereferent eines Theaters und mache ein paar Copywritingjobs, aber bei den „Bands and Brands“ in meinem Slogan dominieren tatsächlich die Bands momentan.

Für welche Bands laufen aktuell Kampagnen? Wo sollten die Leser mal rein hören?

Stand jetzt (Ende Dezember 2020) bereite ich die Releases von SBÄM Records für den Januar vor. Hier bringen wir die Münchener Skatepunks Heathcliff und die Wiener Pop-Punk Gruppe Rebell Bagatell heraus. Es gibt aber auch spannende Re-Issue Projekte. Kurz vor Weihnachten startet der Vorverkauf für Billy No Mates, dahinter steckt der Sänger von SNUFF, da sind wir mit dabei. Außerdem promote ich noch, was ich im Dezember hatte: Der Singer/Songwriter Mike Noegraf hat eine mega Platte rausgebracht, die auch momentan in ein paar Campusradios gespielt wird. The Shrieks, das ist Psychobilly aus Finnland, haben noch eine EP draußen, die der Knaller ist. Und noch ganz viel. Und meine eigene Band bringt im Februar noch eine EP heraus! Es ist also relativ viel. Deinen Lesern empfehle ich auch auf jeden Fall mal in die Single „Go Away“ von Blast Bomb aus Hamburg anzuhören. Geiler Rock N Roll im Stil von Turbonegro, EP kommt Ende Februar. [wird von mir dann verlinkt, wenn sie da ist]

Blast Bomb (Quelle: https://www.facebook.com/blastbombhamburg/) Photo: Skeleton Dream Photgraphy

Mir hast du Blessed Hellride empfohlen. Damit hast du auch ganz gut meinen Geschmack getroffen. Wie gehst du denn normalerweise vor, wenn du überlegst, wo du welche Band platzierst? Datengetrieben, nach Bauchgefühl …?

Tatsächlich versuche ich da, mental immer ganz neu zu starten. Viele arbeiten datengetrieben, ich gehe meine Kontaktlisten durch und denke konkret an die Leute, mit denen ich darüber sprechen will. Es gehen auch Massenmails heraus, aber das ist immer nur ein ganz kleiner Teil. Das kommt auch immer darauf an, was die Band so mitbringt. Wenn sie z.B. in Kanada ganz viel auf Tour waren, dann gehe ich natürlich da auch auf Blogs zu. Ich versuche, wie ich beim Booking Veranstalter nach ihren Präferenzen frage, auch Journalisten und sonstigen Medienpartnern zugeschnitten Musik zu präsentieren.

Was genau kannst du einer Band denn alles bieten?

Was ich einer Band bieten kann, kommt auch darauf an, ob wir miteinander harmonieren. Einem Jazz-Trio kann ich andere Dinge bieten als einer Metalband. Ich arbeite meistens für konkrete Releases, dazu gehören dann Pressemitteilungen, Bemusterung und Reviews, Interviews, Radiobemusterung und -promotion, Youtubemarketing, Social Media Management und Streamingmarketing mit hohem Fokus auf Spotify Playlisting. Ich gehe auch immer hin und schaue, dass wir an Storys für die Künstler arbeiten und ihre Message an die Leute bekommen, nicht nur das blanke Produkt Album zum Beispiel.

Einer deiner beruflichen Bereiche ist ja das Booking. Konntest du in dieser Hinsicht überhaupt etwas machen dieses Jahr?

Gebookt habe ich dieses Jahr quasi nicht. Das war aber auch eine bewusste Entscheidung, denn einige meiner Kollegen haben z.B. coronakonforme Konzerte an Land gezogen, wovor ich großen Respekt habe. Ich habe alles, was 2020 ausgefallen ist für 2021 wiedergeholt, so gut es eben ging. Das gilt vor allem für Festivals, Touren habe ich auch teilweise einfach abgesagt bzw. mit den Veranstalten „on hold“ gelegt. Es macht einfach alles wenig Sinn, solange die Veranstalter nicht mit Vollauslastung ihrer Clubs oder Festivalflächen arbeiten können. Einige meiner Bands möchten im März schon wieder Shows spielen, das sehe ich aber einfach nicht. Jetzt zum Jahresende bereite ich mich wieder langsam vor, aber ich arbeite jetzt weit in die Zukunft hinein und spreche mit Veranstaltern für Shows 2022. Mit Glück spielen meine Schützlinge wieder 2021 im Sommer oder Herbst, aber eben auch nicht alle.
Meine Engländer Ducking Punches machen auf jeden Fall Pause bis alles wieder save ist, Misconduct aus Schweden sind eh eine Band für Festivals und Weekender und machen familienbedingt nicht mehr so die großen Tourneen. Die kleinen werden es jetzt schwer haben und denen versuche ich so gut es geht zu helfen.

Hast du irgendwelche Überbrückungshilfen beantragt oder erhalten? Gab es einen Grund, warum du es (nicht) beantragen durftest?

Ich habe direkt im ersten Schwung die Soforthilfe des Landes NRW bekommen und es wird sich noch herausstellen, ob das ein Fehler war. Ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber ich bin da ziemlich in diese „Falle“ getappt, wie es viele Solo-Selbstständige taten: Geld erhalten, nur um dann gesagt zu bekommen, dass man es eigentlich gar nicht ausgeben darf, weil jetzt diese und jene Regelungen gelten. Ich bereite mich darauf vor, alles zurückzahlen zu müssen, wenn ich großes Pech habe.
Genauso bin ich mal gespannt, ob die Soforthilfe jetzt als Einnahme versteuern muss. Das wird alles noch sehr interessant und mit viel Ärger verbunden sein. Ich sehe es aber entspannt: Dann war die Soforthilfe eben ein Startkredit für ein Jahr, auch wenn es natürlich bitter für uns kleine Kulturmäuse ist, wenn der Staat auf der anderen Seite Unternehmen, die schon seit Jahren kurz vor dem Konkurs stehen, den Allerwertesten rettet.

Welcher deiner Branchen-Kollegen hatte eine besonders gute Lockdown-Idee?

Also ich respektiere alle, die gute Streamingkonzerte auf den Weg gebracht haben. Ich hab ja selber ein Festival gemacht, obwohl Streams gucken gar nicht mein Ding ist. Und mir ist auch klar, dass dieses Konzept keine langfristige Lösung ist, Streamingkonzerte können einfach das Liveerlebnis in keiner Weise ersetzen. Aber es gab ein paar richtig toll produzierte.
Der Wacken Stream war schon stark. Aber auch so kleinere Geschichten wie der Livestream vom Ruhrpott Rodeo waren super. Ich bin jetzt wieder großer Fan vom WDR Rockpalast geworden, die haben mit sehr jungen Bands tolle Aufzeichnungen gemacht.
Die coronakonformen Konzerte waren auch ne super Idee, da hat man ja dann auch plötzlich Biergärten und Freilichtbühnen für Rockkonzerte genutzt und so, fand ich alles super. Du merkst, ich finde kein Exempel dafür. Ich bin großer Podcast-Fan, hier haben auch viele aus der Musikbranche richtig reingeklotzt und es gab auf jeden Fall auch viele E-Learning Programme, die ich abgefeiert habe, es haben z.B. ein paar Leute gute Patreon-Seiten.
Hier hebt sich für mich ein bisschen der Benedikt Hain heraus, der hat eine Community für das Homerecording mit sehr nützlichen Tutorials gegründet. Homerecording ist ja auch 2020 explodiert gefühlt.
Ein Beispiel fällt mir aus Aachen ein: Die Band Boon Goon, die machen so abgefahrenen Funk-Rock-Metal-Fusion oder so, vielleicht mit Red Hot Chilli Peppers vergleichbar, aber härter, hat in unserer Stammkneipe, dem Wild Rover, einen Monat lang jeden Tag vor 5 Leuten gespielt, weil mehr nicht rein durften. Das war super abgefahren und stand hier auch in der Zeitung. Das ist ne richtig sympathische Idee finde ich!

Mit diesem Foto hat Nick nichts zu tun, doch es zeigt ein Kölner Studio, in dem coronkonforme Programme mit und für die Metalszene gedreht wurden. Mehr dazu bald!

Und wen hat es besonders hart getroffen? Das kann sowohl in geschäftlicher als auch in gesundheitlicher Hinsicht sein.

Noch kenne ich zum Glück niemanden, der irgendwie auf der Straße sitzt oder langfristig die Branche wechseln muss. Einige meiner Technikerfreunde machen teilweise andere Jobs, aber nur nebenbei, um über die Runden zu kommen und viele Booker machen jetzt so in Richtung Marketing.
Wirtschaftlich geht also quasi noch so einigermaßen, würde ich sagen, wobei es vor allem die Clubbetreiber in meinem Bekanntenkreis sind, die es schwer haben. Meine Techniker- oder Bookerfreunde kommen irgendwie mit anderen Projekten über die Runden. Ich habe jetzt von den ersten dauerhaften Schließungen gehört, vor allem in England, da blutet mir das Herz, weil da auch Clubs dabei sind, in denen ich schon gespielt habe. Gesundheitlich habe ich eine Freundin, die die Corona-Grippe zwar durchgestanden hat, aber nur noch 70% Lungenvolumen. Sie ist sportlich also ist das schon bitter. Ein entfernter Bekannter vom Booking hat vor ein paar Monaten gepostet, dass sein Dad an Corona gestorben ist, so was macht mich selbstverständlich sehr traurig, auch wenn ich die Person nicht kenne. Einer meiner besten Freunde ist Amerikaner und lebt und New York, da sind tatsächlich gleich mehrere Coronatote in der Familie. Da bekommt man schon Angst und es wird einem klar, dass die berufliche Existenz echt nicht alles ist.

Wie sah ein durchschnittlicher Mittwoch bei dir 2019 aus und wie 2020? Und wie sah es, sagen wir, an einem Mittwoch 2012 aus? 😀

Puh, 2019 war einfach Livegeschäft so sehr drin in meinem Alltag. Wo ich 2019 noch Veranstalter angeschrieben hätte, schreibe ich jetzt für meine Kunden eben Journalisten an. Dazu kommt, dass ich Mittwochs Abends Proben gehabt hätte, die 2020 zwar nicht ausgefallen, aber rarer geworden sind. Vom Arbeitsalltag her hat sich nicht so sehr viel geändert außer, dass bei mir alles ein Stück weit professioneller geworden ist und ich jetzt im Arbeitszimmer sitze, Papierkram usw. mache statt auf der Couch bei lauter Musik rumzubooken!
2012 kann ich mich schon kaum noch erinnern. Da war ich Student, also hatte ich vermutlich ein paar Vorlesungen, hab mich dann in den Park gepflanzt, um zu lesen, dann Fitnessstudio und abends Kneipe. Ziemlich gutes Leben, wenn ich mir das so überlege gerade. Auf jeden Fall war noch nichts mit Musikbusiness außer, dass ich zu dieser Zeit langsam angefangen habe, für meine aktuelle Band Konzerte an Land zu ziehen.

In welchem musikalischen Genre bist du selbst zu Hause?

Ich bin halt Punkrocker und mag hier fast alle Subgenres. Früher war ich krasser Psychobilly und Rockabilly Fan, mittlerweile kehre ich zu meinen „Wurzeln“ aus Teenagerjahren zurück und höre meist Skatepunk, Indiepunk und die modernen Bands, die gerade so unterwegs sind. Ich bin aber auch großer Metalfan, weil ich früher auch etwas Grufti war. Die ganze schwarze Szene wird mich da nie vollständig loslassen.
Was weniger Leute wissen ist aber auch, dass ich totaler Hip Hop Fan bin, mehr so oldschool Zeug. Aber auch in der Branche versuche ich up-to-date zu sein und ein richtig guter Rapper hat mich schon immer mitgenommen, auch als Punker.

Dein aktueller Geheimtipp, der nicht mit dir zusammen arbeitet?

Geheimtipps sind immer schwer. 2020 haben mich viele Bands sehr abgeholt, bei den bekannteren sind das Spanish Love Songs, Touché Amore, Mad Sin, The Other.
Mit wem ich nicht zusammen arbeite, aber dies gerne täte, sind vielleicht die Deadnotes, bei denen passiert momentan ganz viel und die machen einen tollen Job. Ich kann außerdem nur jedem ans Herz legen, mal Antillectual auszuchecken, wieso die nicht saugroß sind, erschließt sich mir manchmal nicht, weil ich so ein Fan von denen bin! Ansonsten vielleicht Sewer Rats, Shoreline und die beiden Schwesterbands meiner eigenen Band, das sind The Sensitives und Death By Horse aus Schweden. Wir sind eine Familie und die unterstützt man ja! Oh und wenn ich nochmal den lokalen Aachener Tipp abgeben darf: Behaltet Boon Goon im Auge. Da könnte echt was passieren.

Hast du eine Ausbildung gemacht oder kamst du über die Learning by Doing-Methode zu all den beruflichen Erfahrungen?

Ich glaube, im Musikbusiness sind die meisten Leute tatsächlich Quereinsteiger wie ich, zumindest die, die in der Solo-Selbständigkeit landen. Ich habe Germanistik und Anglistik studiert und dann ein Volontariat in einer PR-Agentur gemacht.
Die eigentlichen Skills kamen aber durch Nebenjobs bei Zeitungen, Fanzines, Radios und Marketingagenturen und viel try-and-error. Das Networking habe ich mir selbst erarbeitet, weil ich eben meine eigene Band pushen wollte bis halt mal ein Bookerkollege ankam und meinte: Mach das doch auch für andere Bands! Ich glaube, man kann durch Eigendidaktik viel erreichen, wenn man genug Biss hat. Eine Ausbildung dahingehend gibt dir dann das nötige Handwerkszeug mit und hilft auch der professionellen Arbeitsweise enorm.

Wann hast du dich selbstständig gemacht und mit welchem Ziel vor Augen?

Ende August 2019 endete mein Volontariat und ich wollte nicht in der Agentur bleiben, weil ich in die Musikbranche wollte. Das war einfach das Ziel: Musikbranche.
Leider war ich dann „schon“ 29 Jahre alt und verheiratet, also kam jetzt so der übliche Weg „Praktikum bei Universal, Praktikum hier, Praktikum da“ nicht so wirklich in Frage. Also habe ich genutzt, was ich gelernt hatte und freiberuflicher Booker und Tourmanager war ich eh schon, einfach weil ich so viele Bands kenne. Dann dachte ich mir eben: „Jetzt oder nie!“ – 2020 war dann das Jahr, wo ich vom Freelancer zum Unternehmer geworden bin und auch wenn ich noch viele Ziele habe, so würde ich schon sagen, dass ich zumindest in der Branche schon mal irgendwie drin bin, wenn auch nur in einer Nische.
Ich habe dieses Jahr so viele tolle Partner und Kollegen mit ins Boot geholt und arbeite mit Leuten zusammen, von denen ich nie gedacht hätte, dass wir mal Kollegen auf Augenhöhe werden. Vor allem dachte ich nicht daran, im ersten Jahr schon so breit zu Netzwerken, so ganz ohne Reeperbahnfestival oder Backstage-Dorf. Von hier geht es nur noch weiter nach vorn, das war immer schon mein Motto.

Nun hast du mich via Facebook-Messenger angeschrieben, nicht via E-Mail. Obwohl es ja um eine Art geschäftliche Beziehung geht. Funktioniert PR heute über die Sozialen Medien besser als über E-Mail oder Telefon und ist das bei den „klassischen“Medien inzwischen auch so, also dass du auch TV-Teams auf diese Weise kontaktieren könntest?

Also eigentlich geht so Social-Media DM gar nicht so gut. Es sollte schon bei der klassischen Mail und dem Telefonat bleiben. Ausnahmen bestätigen da die Regeln. Wir hatten uns ja vor einer Weile schon mal vernetzt und deshalb ist die Hemmschwelle einer kurzen DM niedriger als beim Erstkontakt mit einem Medium, einem potenziellen Kunden usw. Ich denke, Social Media sollte man zum Vernetzen nutzen, aber nicht um Business zu besprechen. Eine Ausnahme kann da LinkedIn sein, weil das ja quasi das Facebook für Unternehmen ist. Ich habe viele meiner Kollegen usw. über soziale Medien getroffen und mit ein paar Journalisten quatsche ich auch auf Facebook und Instagram. Wo es geht, ziehe ich aber selbst die E-Mail vor.

Zum Abschluss: Welchen lehrreichen Podcast hörst du gerne, um dich beruflich fortzubilden?

Also nicht ganz uneigennützig erwähne ich da den Podcast von Redfield Records „Macher der Musikbranche“.
Ich bin da selbst drin involviert ein Stück weit, aber kann den auch so ohne Weiteres weiterempfehlen, weil die Gäste wirklich krass sind und super interessant, nicht nur für die Subkultur-Menschen. Lustig, ich habe zu Podcasts neulich noch meine Favoriten bei LinkedIn gepostet und muss nun trotzdem wieder überlegen.
„The Band Show“ ist auch sehr cool wegen der interessanten Gäste, „Innerlich Elvis“ ist vor allem was für D.I.Y.-Musiker, die noch so ein bisschen am Anfang stehen, „Learnings“ oder „Business Punk“ sind gute Podcasts für Unternehmer generell, da wird dann auch mit Fachjargon aus dem Marketing um sich geworfen.

EP promoten in Lockdown Zeiten

Da dieses Interview lang und ausführlich genug ist, möchte ich keine lange Einleitung schreiben. Nur so viel sei verraten: Es geht um die junge Band Hospital Revival, die ihre erste EP genau dann veröffentlichen und mit Livekonzerten bewerben wollten, als der erste coronabedingte Lockdown Deutschland erwischt hat. Eine ziemlich blöde Situation für einen Act, der sich erst noch einen Namen machen muss … Wie Hospital Revival die Situation erlebt und gemeistert haben, das lest ihr hier.

HOSPITAL REVIVAL, Band-Shooting in der BG-Klinik

Bitte sagt mir, dass ihr euch schon vorher Hospital Revival genannt habt! xD Hat denn irgendwer von euch einen Beruf im medizinischen Bereich?

Ja, tatsächlich haben wir uns schon vor der Pandemie so genannt und jetzt passt  das natürlich umso besser! Tatsächlich arbeitet keiner von uns selbst im direkten medizinischen Bereich, aber teilweise in der Medizintechnik.
Dennoch haben wir gute Bekannte dort, die besonders im Moment wahnsinnig viel leisten. Durch diese war es uns auch möglich, das Promo Shooting in einem richtigen OP zu machen (natürlich auch vor der Pandemie 😉 ).

Ihr schreibt, ihr wollt den Hard Rock wiederbeleben. Ich höre aber auch Metalcore Elemente in eurer Musik (stimmlich, der Wechsel zwischen tief-growlig und klar, die Dramatik), zudem ist der Sound sehr modern. In meinen Augen ist das also eigentlich keine Wiederbelebung von etwas Altem, sondern wie eine Wiedergeburt im frischen, verjüngten Gewand. Oder wie seht ihr das?

Absolut! Nur die alten Bands aus den 70er/80er zu kopieren wäre in unseren Augen keine richtige Wiederbelebung. Es soll, wie du schön beschrieben hast, frisch daherkommen. Wir finden, dass die Musikrichtung derzeit recht krass auseinander driften und jeder versucht seine Nische zu finden, indem noch irgendwas Neues gesucht wird wie bspw. Reggae-Trance-Schlager-Core.
Manches davon hat natürlich seinen Charme und seine Daseinsberechtigung. Wir glauben jedoch auch, dass es nicht immer noch komplexer oder auf irgendeine Weise brandneu sein muss um zu gefallen. Es muss lediglich qualitativ gut gemacht sein und ins Ohr gehen.
Der Begriff Hard Rock lässt viele immer noch nur an Bands wie AC/DC, Deep Purple, Guns’n’Roses oder, um auch noch eine deutsche Band zu nennen, die Scorpions denken. Wir finden das so eigentlich nicht mehr richtig, so beschreiben Stone Sour ihren Stil ebenfalls als Hard Rock. Leider scheint das im allgemeinen Musikbewusstseins in unseren Augen irgendwie noch nicht so richtig angekommen zu sein.
Genau das wollen wir ändern und haben deswegen den Begriff Hard Rock 2.0 geschaffen.

Kommen wir zu eurer Situation: Wann habt ihr euch als Band gegründet? Wie lange hat es bis zur ersten EP gedauert, die genau zur Zeit des ersten Lockdowns erschienen ist?

Richtig dazu entschieden, als Band was auf die Beine stellen zu wollen, haben wir Anfang 2019. Unser Drummer, Bassist und ich (Leadgitarre) spielten bereits vorher in einer Band zusammen, die sich aufgelöst hatte. Weiter Musik machen wollten wir auf jeden Fall und nahmen dann unsere beiden Sänger, von denen einer auch noch Gitarre spielt, mit auf. Diese kannten wir vorher auch schon und hatten ein paar Gigs zusammen gespielt aber nie fest zusammen Musik gemacht.
Songideen hatten wir bereits vorher schon ein paar und wir hatten recht schnell 7 oder 8 Lieder zusammen, von denen es jetzt erst einmal 5 auf unsere EP ROSC geschafft haben. Fertig mit den Aufnahmen waren wir eigentlich schon im Herbst 2019, hatten aber noch kein Programm für ca. 1h live, was wir aber bei Release schon gerne gespielt hätten.
Daher haben wir dann erst mal noch weiter an Songs gearbeitet und wollten im Jahr 2020 unsere Releaseparty geben. Daraus wurde aus bekannten Gründen nichts und wir schoben die VÖ vor uns her, bis wir irgendwann im Sommer bis Herbst anfingen zu denken, eigentlich egal, wir hauen die EP raus und schauen mal wie Sie ankommt und wie viele Leute wir online erreichen.

Der Lockdown hat euch vermutlich kalt erwischt. Wie war denn der zeitliche Verlauf? Was war schon fertig am „letzten normalen Tag“, diesem besonderen Freitag den 13.?

Tatsächlich waren die Songs fertig aufgenommen, gemischt und gemastert. Ebenso hatten wir bereits das Promoshooting hinter uns. Dennoch hatten uns aber dann vor dem Release dazu entschieden Sie nochmal neu zu mischen weil wir das Gefühl hatten, man kann noch ein bisschen mehr rausholen. In den 5 Tagen im Studio war nach dem Recorden leider nicht mehr viel Zeit dafür und so sind wir dann nochmal 2 Tage hin um den finalen Mix zu setzen und haben Sie nochmals zum Mastern weggegeben.
Artwork, Video, Homepage etc. wurden anschließend erst während des Lockwowns fertig gemacht.

Habt ihr normal geprobt im Sommer oder wie habt ihr dieses Jahr als Band verbracht?

Normal geprobt leider nicht, durch die Pandemie wurden die uns verfügbaren Termine noch knapper. Einer von uns arbeitet im Einzelhandel, für den die Pandemie jede Menge Überstunden bedeutete und ein anderer hat Schichtarbeit (auch Sa/So). Das macht die Termine so schon schwierig und in der Pandemie dann fast unmöglich zu planen. Ein paar Mal hat’s trotzdem geklappt und Spaß gemacht, es sind sogar 1 oder 2 Songideen ausgearbeitet worden.

Ihr habt nun also da gesessen und euch überlegt: Wie bringen wir unsere EP „ROSC“ da raus in die Welt, wenn wir daheim bleiben müssen?

Schlussendlich dachten wir, dass gerade World of Chaos (witzigerweise auch schon 2019 geschrieben) derzeit einen Nerv treffen könnte und wollten die Songs nach etlichen Ankündigungen bei Leuten die uns bereits kannten auch endlich mal vorzeigen.

Zu welchen Schlüssen und Strategien seid ihr dabei gekommen?

Als Vertriebspartner haben wir Spinnup gewählt und versuchen es, mit Plattformen für Kuratoren, Influencer etc. ein paar Leuten vorzustellen, was auch für die erste EP recht gut funktioniert hat.
Natürlich lernt man immer was dazu, wenn wir wieder unsere erste EP rausbringen, würden wir vorher unser Spotify Artist Profil claimen und bereits vor Release mehr an Promo machen über Kuratoren.

Welche Probleme gab es, und was hat euch positiv überrascht?

Total positiv überrascht waren wir von einigen Radiosendern. Beispielsweise liefen wir über eine Corona-bedingte Aktion auf dem Karlsruher Radiosender Alternative FM bereits 2,3 Mal am Tag vor Release, was super war! Generell haben wir das Gefühl, im Moment hören die Leute wenigstens mal rein, wenn man kommt und sagt: „Hey wir haben hier was komplett Neues am Start und würden uns freuen, wenn ihr mal zumindest 30-60 Sek. Zeit habt reinzuhören.“
Problematisch ist halt die soziale Distanz, da geht leider einiges an Bandfeeling flöten, wenn jeder nur zu Hause am Releasetag sitzt, der ja wieder voll in die Kontaktbeschränkungen fiel.

Wie habt ihr denn mich oder den Blog gefunden? Über normale Presselisten bin ich ja nicht erreichbar.

Über Instagram hat dich Kathi (Freundin des Gitarristen) entdeckt und meinte die ist cool, schreib Sie mal an, ob Sie auch was über euch schreibt.

[Anmerkung von mir hierzu: Auch Hospital Revival habe ich erzählt, dass es auf diesem Blog keine „gewöhnlichen“ Album-Reviews oder News zu VÖs gibt. Aus folgenden drei Gründen: Weil ich allein gar nicht alles abdecken könnte, was veröffentlicht wird; weil es beim Schreiben redundant wird; und weil es hundertmillionen Magazine gibt, die genau dies tun: Reviews und News. Hier soll es aber persönlicher und kreativer zugehen. 🙂 Also bitte schickt mir keine Links mehr mit der Frage nach einer Rezension. Danke! <3]

Eure Musik lässt sich auf jeder bekannten Streaming Plattform abspielen. Was musstet ihr machen, um da drauf zu kommen?

Wie bereits erwähnt muss man natürlich eine gewisse Qualität abliefern und sich dann als kleine Band für einen Vertriebspartner wie Spinnup, Distrokid, recordJet um nur ein paar zu nennen entscheiden.

Wenn es Live Shows gäbe, was würdet ihr dort machen, um auf die EP aufmerksam zu machen?

Die ganze Energie die uns zur Verfügung steht in c.a. 1h Programm entladen mit einer Show, die unserem Motto entspricht. Dazu hätten wir dann natürlich auch ein paar CD’s machen lassen und ggf. auch Merch. Nur leider kauft das ohne Gigs kaum jmd.

Für wen ist der Sound überhaupt geeignet? Nennt mal drei Bands, deren Fans sich euch anhören sollten.

Stone Sour, Papa Roach, Alter Bridge

Was wünscht ihr euch zu Weihnachten?

Sinkende Fallzahlen, viel Impfstoff und neue Fans 😉

Viele Grüße und danke für das Interview!
Daniel & der Rest von Hospital Revival sowie von Kathi, die dich entdeckt hat

HOSPITAL REVIVAL, Band-Shooting in der BG-Klinik

Ab wann ist bei Musikern ein Manager sinnvoll?

Folgendes Szenario hat vor ein paar Wochen kleine Wellen geschlagen: Eine Sängerin schrieb in vielen Musiker-Gruppen, dass sie gerade ihre ersten zwei Songs fertig habe und nun einen Manager suche, der ihr bei „all dem Drumherum“ helfen könnte. Am besten aber jemand, der nicht beim Anblick von nackter Haut sofort sabbern würde!! – unterlegt mit einem Foto von sich, auf dem sie stark geschminkt und sexy posiert. So Fotos kann jeder posten wie er lustig ist, aber bei der Kombination musste ich schon ein wenig schmunzeln.
Als sie auf Gegenwind stieß, weil viele sagten, es sei bei ihrem Karrierestand noch zu früh für einen Manager, argumentierte sie nicht mit Gründen zurück, warum es doch schon Zeit für ein professionelles Management wäre – sondern postete weitere, noch mehr Haut zeigende Bilder von sich. Weil sie dachte, die Kritik hätte sie nur wegen der sexy Bilder bekommen und weil sie eine schöne Frau sei. Ab dann habe ich leider die Details vergessen, weil es mir zu blöd wurde.

Doch die wahre Frage, die sich hier stellt: War es wirklich zu früh, um nach einem Manager zu fragen?

Ab wann ist welche „Art“ von Manager angebracht?

Im Fall der beschriebenen Dame war ich eine von denen, die sie eher ausgebremst hat. Denn sie suchte direkt nach einem der großen Fische in der Branche. Unabhängig davon, ob sie vielleicht mit etwas Glück (oder nackter Haut^^) jemanden gefunden hätte, hat sie dadurch schon bei ihrem ersten Auftreten einen etwas überheblichen, negativen Beigeschmack hinterlassen. Der ein oder andere Akteur der Branche merkt sich das vielleicht und gibt ihr später, wenn ihr Erfolg insgesamt gewachsen ist, keine Chance auf eine Zusammenarbeit.

Es ist nicht hochnäsig, nach professioneller Unterstützung zu fragen, sondern ein positives Zeichen von Selbstbewusstsein und davon, dass man an sein eigenes Werk glaubt?
Jein. Hier macht zum einen der Ton die Musik, also mit welchen Worten und Ansprüchen man nach was fragt, und zum anderen würde ein wirklich seriöser Manager zu Beginn überhaupt nichts durch sie verdienen. Sie fragt also nach einem gratis Dienstleister.

Warum?
Weil seriöses Künstlermanagement so funktioniert, dass es ca. 20 Prozent von dem bekommt, was der Künstler durch vom Manager herbeigeschaffte Aufträge einnimmt. Bei eine*m Künstler*in, der oder die noch nicht einmal eine EP oder Demos fertig hat und kaum Liverfahrung, wird es zunächst nicht viele Umsätze geben; egal wie gut vernetzt das Management ist. Damit sich der Zeitaufwand des Managers oder der Managerin lohnt, wird er oder sie also eine Bezahlung vom Künstler verlangen. Und dann kann es ganz schnell passieren, dass es dem Manager egal wird, wie viele Aufträge der Künstler erhält. Denn er wird ja von diesem sowieso pro Stunde Aufwand bezahlt.

Man kann also als erste Richtlinie den Zeitpunkt nehmen, zu dem man regelmäßig Einnahmen durch seine Kunst erzielt.

photo by Pyrus Band

Ist es nicht der Job eines Künstlermanagers, diese Einnahmen zu ermöglichen?

Auch hier ist die Antwort wieder ein klares Jein. Denn ja, der Manager soll die Karriere des Künstlers fördern und so Einnahmen vergrößern. Allerdings kann er nicht zaubern und Geldquellen aus dem Nichts erschaffen. Die kreative Vorarbeit muss beim Solomusiker oder bei der Band liegen. Zudem haben sich die Zeiten geändert, wie man so schön sagt: Dadurch, dass es heutzutage möglich ist, auch ohne fremde Hilfe über das Internet bekannt zu werden, wird es von Agenturen (leider?) auch vorausgesetzt, dass sich ein Künstler schon aus eigener Kraft ein kleines Publikum aufbauen konnte, und sich am besten auch schon als klar umfasste Marke etablieren konnte. Dann hat man nämlich direkt etwas, mit dem man arbeiten kann und muss dem Künstler nicht erst sagen, was er bitte tun soll und wie er zu sein hat. Wer an einen solchen Manager gerät, der sollte auch schnell schauen, dass er wen anders findet.

Am Anfang zählen persönliche Begeisterung und eigene Erfahrung

Was sinnvoll sein kann, ist, von Beginn an jemanden aus dem eigenen Umfeld zu wählen, der Talent darin hat, E-Mails zu schreiben, zu telefonieren und Termine zu koordinieren. Im allerbesten Fall ist es jemand aus der Band, denn derjenige weiß dann auch genau, was ihr macht und könnt und wollt. Oder eine andere Person, die sich persönlich für eure Kunst begeistert und Spaß an diesen Aufgaben hat, vielleicht etwas fürs eigene Resümee tun möchte. In dieser Phase solltet ihr als Künstler aber noch in alles so tief involviert sein wie möglich! Auch wenn es nervt: Macht eure Anmeldung bei der GEMA und der KSK selbst. Sucht selbst nach den ersten, gerne auch privaten Auftrittsmöglichkeiten. Sucht selbst nach Multiplikatoren, die über eure Releases berichten. Spielt auf Dorffesten und bei Wettbewerben, um auf euch aufmerksam zu machen und vor allem lokal oder Szene-intern eine Fanbase aufzubauen.

Der unschlagbare Vorteil davon: Ihr lernt, wie der Branchenhase läuft.

Wenn sich dann später die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen, gut vernetzten Management ergibt, könnt ihr nicht mehr so leicht übers Ohr gehauen werden. Ihr wisst, welche Planungen und Summen realistisch sind. Könnt die Arbeit eurer Agentur oder des Einzelmanagers besser einschätzen und mehr eigene Ideen beisteuern.

photo by Sextrow

Hättest du überhaupt genug Arbeit zu vergeben?

Zu guter Letzt: Für einen Manager muss es auch genug zu tun geben. Bei der Dame vom Anfang wäre die Frage: Was sollte ihr Manager überhaupt machen? Wenn es nur zwei Songs gibt, wo soll er Auftritte oder Deals besorgen? Wenn noch keine Anfragen im Postfach der Künstlerin landen, was soll er dann morgens beim ersten Kaffee tun? Viel eher würden an diesem Punkt hin und wieder die Dienste von anderen Akteuren benötigt, zum Beispiel die kurzfristige Unterstützung einer Promotion-Agentur für die Pressearbeit bei den ersten Veröffentlichungen oder die Hilfe durch einen Booker für erste Auftritte. Auch diese Kontakte könnt und sollt ihr aber gerade zu Beginn selbst aufnehmen, damit ihr auch ihre Arbeit kennt. Beginnt auch hier klein, szene-orientiert oder lokal, am besten durch persönliche Kontakte. Überlegt dabei: Wer könnte sich freuen, wenn ich meine Musik anbiete, statt durch hundert solcher Anfragen täglich genervt zu sein?

Auch wenn es gerade eine richtig besch*****e Zeit ist für die Live-Branche, möchte ich diese Tipps genau jetzt den noch-Hobbymusikern mitgeben. Ihr könnt die Zeit verwenden, um euch in die Themen einzulesen und die kreative und organisatorische Vorarbeit zu leisten, die für den späteren Durchbruch nötig ist. Dabei wünsche ich euch ganz viel Erfolg! Eure Foxxy.

Tipps für Booking, GEMA, Streaming & Co. mit Pyrus und Since April

Als ich vor Kurzem die Münchner Band Pyrus interviewt habe, haben sie ein paar Einblicke in die Planung ihrer Tour und ihres kommenden Albums gegeben. Doch es hätte den Rahmen gesprengt, wenn wir zu diesen Themen in die Tiefe gegangen wären. Also haben wir für euch noch ein zweites Video gedreht, in dem es ausschließlich um hilfreiche Tipps für Künstler geht, die im DIY-Stil ihre Musik bekannt machen wollen. (zum ersten Interview geht’s hier)

Via Zoom Konferenz wurden die ebenfalls aus München stammenden Since April dazu geschaltet. Sie und Pyrus haben sich schon häufig gegenseitig geholfen – denn das ist eine der wichtigsten Regeln: Wenn man neue Fans gewinnen möchte, muss man mit den Acts kämpfen, die ein ähnliches Publikum anziehen, nicht gegen sie.

Gemeinsam stellen sich die beiden Bands meinen Fragen und berichten unter anderem: wie man an Opening Slots (auch in den USA) herankommt, ob sie Mitglied bei der Gema sind, wie sich die DIY Albumproduktion in den letzten Jahren vereinfacht hat und gleichzeitig schwerer wurde, wo sie ihre Musik verbreiten und mehr.

Danke an die Jungs für die Einladung und ich hoffe, ihr als Musiker könnt etwas für eure eigenen Arbeit mitnehmen 🙂

Auf dieser Plattform findet ihr Kulturstreams jeder Art und als Künstler ein Bühne

Interview mit Tim Jaspert, Head of Rausgegangen 

Ich wohne nun seit knapp einem Jahr in Köln, hatte aber noch nie Probleme damit gehabt, Events zu finden. Ganz im Gegenteil, eher wurde ich auf zu viele Angebote in der Stadt und Umgebung aufmerksam, oft über Facebook oder Freunde, die mich eingeladen haben und auch Geheimtipps kannten. Doch wenn man in der Stadt wohnt und auf der Suche nach Abwechslung ist, oder nach Leuten mit gleichen Interessen, dann ist das Konzept von Rausgegangen genau das Richtige! 

Doch um diese Kölner Eventplattform, die im Interview noch genauer erklärt wird, soll es heute gar nicht primär gehen. Heute soll es um die brandneue Schwesterplattform Dringeblieben gehen, die in kürzester Zeit vom ​Rausgegangen-Team auf die Beine gestellt wurde. 

Dringeblieben ist für Musiker und andere Kreative – sowie für all diejenigen, die das kulturelle Programm in der Stadt vermissen – eine kleine Schatzkiste. Denn auch wenn inzwischen jeder weiß, dass Künstler ihre Programme online streamen, muss man von den einzelnen Angeboten ja irgendwie erfahren, ohne das ganze Internet durchsuchen zu müssen. Auf Dringeblieben kann man wunderbar stöbern und etwas Neues entdecken. Und als Künstler hat man die Möglichkeit, im Rahmen dieser Plattform leichter gefunden zu werden. 

Tim Jaspert

Im Interview erzählt euch Tim Jaspert, Head of Rausgeganen, selbst mehr von diesem schönen Projekt, das in Zeiten der Corona-Krise dabei helfen soll, die Kultur aufrecht zu halten: 

Foxxy: Hallo Tim, ihr bietet auf der Plattform verschiedene kulturelle Livestreams an. Kannst du ein paar Beispiele nennen, was man so alles finden kann? 

Tim: Klar! Im Prinzip deckt es die gleiche Bandbreite ab, die wir vorher bei Rausgegangen hatten. Wir wollen jegliche Form der Kultur darstellen: Von Konzerten, über Comedy und Poetry Slam, oder auch mal Yoga und Sport Events, bis hin ​zu DJ Sets haben wir jegliche Form von Streams dabei. Wir hatten sogar schon einige Veranstalter, die ihre Festivals über uns online gestreamt haben, zumindest in abgespeckter Form. 

Als Beispiel hatten wir schon mehrere Konzerte mit Mine und ​bald steht ein Konzert von Fortuna Ehrenfeld mit eingebauter Theaterperformance der FreakAdemy an. [Interview fand vor dem Konzert statt] Ansonsten haben wir einige Hip Hop Streams, Comedy hat Lukas Wandke schon über uns gezeigt … das ist so die Bandbreite der Plattform. 

Ah, Mine kenne ich auch! Die Antwort hat meine zweite Frage schon ein bisschen abgedeckt. Aber wenn ich jetzt ein Künstler bin oder Kreativer: Wer kann sich alles bei euch melden? Sucht ihr nach bestimmten Programminhalten? Und wie geht das? 

Im Grunde kann jeder mitmachen. Wir freuen uns über den vielen spannenden, kulturell wertvollen Input! Auf der Website haben wir ein Formular, mit dem man sich als Künstler ganz einfach anmelden kann. Wir bekommen recht viele Anfragen, deswegen schaffen wir es natürlich nicht, immer sofort zu antworten. Aber wir versuchen, die Anfrage schnell zu bearbeiten und ​allen Bewerbern einen Stream zu ermöglichen. 

Gerade ​sind wir außerdem dabei, die Plattform zu expandieren. Dann sollen nicht mehr nur Events aus Köln & Berlin zu sehen sein, sondern wirklich aus ganz Deutschland und über Deutschland hinaus. ​Derzeit haben wir bereits weitere Streamingpartner in Wuppertal, Düsseldorf, Aachen, Dortmund und Hamburg. Also egal von wo, wir freuen uns, wenn Leute über uns streamen wollen. Deswegen gibt es auch keine Vorgabe, was wir besonders suchen und was nicht. Jede kulturell wertvolle Form findet bei uns Platz. 

Künstlerin im Stream, Foto: Vankey’s Pictures

Gerade ist eh alles ortsunabhängig. Bei Streaming ist es ja egal, ob es von Köln oder von sonst wo her kommt. 

Klar, wir freuen uns auch, wenn wir ​an möglichst vielen verschiedenen Orten gestreamt werden. Viele Künstler haben ja besonders viele Fans in ihrer direkten Umgebung und die schauen dann von dort zu. ​Es ist schön zu sehen, dass das Projekt auf diese Weise in ganz Deutschland Anklang findet. Wir hatten sogar schon Streams aus Melbourne und Südafrika, darüber haben wir uns besonders gefreut. 

Gibt es dabei denn ein Monetarisierungskonzept? Ist es möglich, dass sowohl die Künstler als auch ihr durch diese Streams etwas einnehmt? 

Wir haben ein Ticketingsystem. Das heißt, die Streamer können von den Nutzern oder Viewern mit virtuellen Supportertickets unterstützt werden. Das wird auch ganz gut genutzt, wir konnten inzwischen schon über​ 221.000 Euro für Kulturschaffende einsammeln, was für sie natürlich super ist. So können auch Künstler ihre Darstellungen etwas monetarisieren. 

Für uns selbst testen wir gerade verschiedene Wege, ​vor allem im Bereich von Sponsorings und Markenkooperationen, ​damit sich die Plattform auch in Zukunft tragen kann. ​Derzeit denken wir auch über eine Gebührenfinanzierung, eine ​Art Subscriber-System oder andere Kooperationen nach, die man eingehen kann. ​Das sind aber erst einmal alles nur Überlegungen, noch steht nichts fest. 

Das Team von Rausgegangen

War es denn schwierig für euch, regelrecht über Nacht etwas Neues aus dem Boden zu stampfen und euer komplettes Konzept zu ändern. Wie viel Zeit verging konkret von der Idee bis zur Umsetzung? 

Das war natürlich super anspruchsvoll, weil fast jeder Mitarbeiter plötzlich eine ganz andere Aufgabe hatte. Wir haben allerdings den großen Vorteil, dass wir inhouse eine Tech-Abteilung haben ​und somit alles alleine bauen konnten. 

Das mit der Idee ging super schnell. Wir haben uns am Sonntag den 15.3. im Geschäftsführerkreis zusammengesetzt und beschlossen: Okay, wir machen eine Livestreamplattform. Der CTO hat sich dann direkt die Domain dringeblieben.de gesichert.​ Am Sonntag wurde also der Beschluss gefasst, und nur zwei Tage später sind wir mit der Plattform online gegangen. 

Das heißt, wir haben alles innerhalb von 48 Stunden irgendwie aufgebaut.​ Die Plattform hätte anfangs sicherlich keinen Schönheitspreis gewonnen, das muss man ehrlich sagen. Aber das war uns egal. Uns war wichtig, erst mal ein Zeichen zu setzen; ein positives Zeichen, dass die Kulturszene jetzt zusammenhalten sollte. Wir wollten ​Kunst & Kultur irgendwie zu den Leuten ins Wohnzimmer bringen, damit es mit der Kulturszene weitergehen kann. Deswegen haben wir auch versucht, alles so schnell wie möglich ​umzusetzen. 

Klar war es für alle ​etwas Neues und auch sehr anspruchsvoll, denn eine Streamingplattform ist eine ganz andere Nummer als eine Veranstaltungsplattform. Wir sind aber sehr dankbar, dass uns ​direkt so viel Unterstützung zugesagt wurde​. Viele haben uns mit Tipps und Tricks und helfenden Händen geholfen. Es war sehr schön zu sehen, wie man ​in solchen Situationen zusammenhält und was daraus entstanden ist. 

Es stecken eben alle mit drin und deswegen denke ich, dass es trotz der vielen Nachteile viel Zusammenhalt gibt. Euer Design ist aber relativ schnell aufgebessert worden, oder? Denn als ich zum ersten Mal auf der Seite war, das war etwa zwei Wochen nach dem Start, da sah es nicht mehr nach brandneu oder Entwurf aus. 

Genau, wir haben relativ schnell am Design gearbeitet, damit es ein bisschen schöner aussieht, das stimmt. 

Für die, die es noch gar nicht gekannt haben, was ist denn das eigentliche Konzept hinter dem Original “Rausgegangen”?

Rausgegangen ist im Grunde eine Eventempfehlungsplattform. Wir versuchen, über unsere Website, Instagram, Facebook, App und Newsletter jedem da draußen die besten Veranstaltungen sowie Tipps und Tricks für die Stadt zu empfehlen. Das heißt, den Horizont der Leute zu erweitern und ihnen tolle Veranstaltungen zu empfehlen, damit sie möglichst viel rausgehen. ​Denn wir sind davon überzeugt, dass je mehr Menschen raus gehen, desto mehr neue Freunde lernen sie kennen. Man kommt in Kontakt zueinander und begegnet neuen Menschen und Kulturen. Wir sind überzeugt davon, dass das ein erster Schritt ist, die Gesellschaft ein Stückchen besser zu machen. 

Wir haben also jeden Tag Veranstaltungstipps gegeben, ​für die komplette anstehende Woche. So konntest du dich einfach über das kulturelle Stadtleben informieren. Neben den Veranstaltungsempfehlungen geben wir zudem auch andere Tipps für die Stadt, bspw. Restaurant- oder Barempfehlungen. Unser Herzstück sind aber die Veranstaltungstipps in der Rausgegangen App und auf der Webseite. 

Das war aber nur für Köln? 

Ja, Rausgegangen ist in Köln gestartet, mittlerweile sind wir mit unserer Plattform aber auch in München unterwegs, weitere Städte sollen folgen. Zudem sind wir mit Ask Helmut, das ist unser Pendant in Berlin, bereits in Berlin und Hamburg tätig. 

Vielen Dank für deine Zeit und die Infos! Hier geht’s zu den Streams: https://dringeblieben.de/

Künstlerin während Auftritt, Foto: Vankey’s Pictures

Ein paar Programmpunkte für das kommende Wochenende:

Furcht und Normalität in Zeiten der AfD: https://dringeblieben.de/videos/furcht-und-normalitat-in-zeiten-der-afd

Neon Paradise: https://dringeblieben.de/videos/neon-paradise-live-stream

Bandpool präsentiert: Releasekonzert: BLINKER – „Blitz“ EP https://dringeblieben.de/videos/bandpool-prasentiert-releasekonzert-blinker-blitz-ep

Lagerfeuer Deluxe präsentiert Stud & Dan O´Clock (Live Stream): https://dringeblieben.de/videos/lagerfeuer-deluxe-prasentiert-stud-live-stream

Ehrenfeld Streamgarten mit Giirl: https://dringeblieben.de/videos/ehrenfeld-streamgarten-mit-giirl

Cocktaikurs on Air: https://dringeblieben.de/videos/cocktailkurs-on-air-americano-gimlet-penicillin

Solltet ihr jetzt Konzerte oder Proben streamen?

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Zuerst wurde von einem Konzert nach dem anderen bekannt, dass es abgesagt oder verschoben wurde. Schon wenige Tage, manchmal nur Stunden, später hieß es dann: Wir spielen trotzdem und wir streamen für euch!

Aus dem Proberaum, von der Bühne oder aus dem Café – überall filmen sich nun die Musiker und stellen die Videos ihren Fans zur Verfügung, die aufgrund der Virus-Eindämmung derzeit keine Liveshows besuchen können. Heute hatten sich Musiker kollektiv verabredet, um ab 18 Uhr zu streamen oder live am Fenster oder auf der Straße zu spielen. Ich habe hier nichts direkt davon mitbekommen, aber jemand von euch vielleicht?

Dafür habe ich euch ein paar Vor- und Nachteile dieser Idee gesammelt, damit ihr besser entscheiden könnt, ob auch ihr bald übers Internet live gehen wollt.


Die Vorteile:

  • Die Leute haben jetzt abends viel Zeit und sind auf der Suche nach einer Beschäftigung. Ihr müsst mit weniger alternativen Events konkurrieren und vor allem die Die Hard Fans eures Genres werden froh sein, ihre Lieblingsmusik wenigstens auf diese Weise zu genießen.
  • Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie und wo ihr streamen könnt. YouTube, Twitch, Facebook, Instagram, Tik Tok, …
  • Facebook „belohnt“ die Nutzung seiner (Live)Video-Funktion mit mehr Reichweite.
  • Anders als die meisten normalen Konzerte bleibt dieses Konzert für die Nachwelt erhalten und das in besserer Qualität als Handycam im Dunkeln.
  • Die Konzerte sind für die Zuschauer kostenlos sowie bequem vom heimischen Sofa verfolgbar.
  • Vielleicht veranstaltet ja jemand ein kleines „Public Viewing“ bei sich zu Hause mit den besten Freunden.
  • Auch ihr spart Reisekosten und Zeit, die bei einer echten Liveshow anfallen können.

Die Nachteile:

  • Durch die Häufung der Streams kann es gut sein, dass ein ähnlicher Act wie ihr zur gleichen Zeit live geht. Recherchiert ein bisschen, damit es nicht zu viele gleichzeitig sind. (Hier greift zwar auch der Vorteil, dass das Video erhalten bleibt, aber wirklich live macht am meisten Spaß).
  • Wahrscheinlich fehlt euch die Bühne samt Dekoration und Lichteffekten.
  • Auch Bild und Soundqualität können leiden, wenn ihr euch nicht um professionelles Equipment kümmert.
  • Die typische Atmosphäre eines echten Konzerts kann nicht erreicht werden.
  • Eure Fans können weder sich gegenseitig noch euch treffen.

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Es gibt jetzt schon Unternehmen und Facebook-Gruppen, die das Konzept unterstützen.
Hier ein Beispiel für eine solche Gruppe, die nun natürlich erst wachsen muss: https://www.facebook.com/groups/2575555589434652/
Auch Radiosender wie Rock Antenne bieten „Quarantäne Konzerte“ an: https://www.rockantenne.de/musik/specials/quarantaene-konzerte

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Wenn ihr ein solches Geisterkonzert veranstaltet, verlinkt euch selbst in den Kommentaren und erzählt ein bisschen was über euch. Viel Glück und viel Spaß beim Konzert von daheim aus!

Vielleicht reagiert ja auch das Fernsehen und veranstaltet eine Konzertreihe ohne Zuschauer vor Ort, die dann aber mit bester Technik und Bühnengestaltung ausgestrahlt werden kann.

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10 Wege wie du das Virus als Musiker positiv nutzen kannst

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Überall große Panik! Veranstaltungen werden abgesagt… schlimmste Zeit für Musiker?

Ich bin weder Politiker noch Arzt und kann keine Gefahren abschätzen. Ob drüber lustig machen oder schreiend im Kreis rennen, das ist eure Entscheidung.

Was ich aber kann, ist, euch ein paar mal mehr mal weniger ernst gemeinte Tipps zu geben, wie ihr als Künstler aus der Corona-Situation das Beste macht. Frei nach dem Motto „Always look on the bright side of life!“


 

1) Das Offensichtlichste: Schreibe einen Song darüber!
Je nachdem, wie du diese Wochen wahrnimmst oder wie du sie künstlerisch wertvoll machen kannst.

2) Sperre dich in deinen vier Wänden ein. Nun kannst du dich voll auf die kreative Arbeit konzentrieren, ganz ohne Ablenkung durch gesellschaftliche Unternehmungen.

3) Kaufe einen Hamster und mache ihn zu deinem Masskottchen.

4) Nutze die freien Wochenenden ohne Konzerte um Zeit nur mit deinem Freund, deiner Freundin oder deiner Familie zu verbringen. Sie freuen sich bestimmt.

5) Wenn du doch auftreten kannst, weil es nur eine kleine Veranstaltung ist, die nicht abgesagt werden muss: Sei einmal im Leben dankbar dafür, dass du nur in den kleinen Venues gebucht wirst und dafür, dass du noch nicht auf Welttournee gefragt bist.

6) Schau dir die Zuschauer an und mache dir bewusst: Das sind deine wahren, deine mutigen Fans.

7) Nimm die Ansteckung als Anstoß, mal keine Groupies mit ins Hotel zu nehmen. Es ist ja schließlich auch Fastenzeit…

8) Nutze die Ausrede „Schnaps desinfiziert von innen“ ohne Scham.

9) Nutze die Gelegenheit auch, um ganz allgemein über deine Gesundheit zu reflektieren. Beim schnellen wilden Leben auf Tour ist das nie verkehrt.

10) Übe für den Ernstfall auf Festivals: Ein Leben ohne Klopapier!

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Ein Fehler, den fast alle Musiker bei ihrer Eigenwerbung machen

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Es gibt eine Sache, die machen fast alle Bands, Musiker und sonstigen Künstler … die ihnen aber nicht das bringt, was sie sich erhoffen … und ich habe mehrere Jahre Marketing-Studium, Promo-Praktikum und Co. gebraucht, bis mir das bewusst geworden ist. xD Jetzt ist es mir bei einem Spaziergang plötzlich aufgefallen und da dachte ich, das könnte vielleicht der ein oder andere gebrauchen, der seine Musik (oder etwas anderes künstlerisches) in die Welt da draußen bringen will. Übrigens habe ich den Fehler auch oft genug selbst gemacht.

Wenn ihr im Internet irgendwas bewerben wollt, könnt ihr euch zwischen zwei Grundstrategien entscheiden: Die eine davon richtet sich an mögliche Fans/Kunden, die im Internet unterwegs sind, weil sie etwas Bestimmtes suchen und einen Nutzen für sich aus der Suche ziehen wollen. Die andere Strategie erreicht alle, die einfach ein bisschen Zeit auf dem Sofa verbringen und unterhalten werden möchten. Das sind die zwei Grundmotivationen, aus denen heraus man sein Handy, Laptop oder Tablet in die Hand nimmt. Zu diesen zwei Motivationen gibt es mehrere Studien. Könnt ihr gerne nachlesen. Oder nehmt die Abkürzung und denkt einfach mal darüber nach, was ihr selbst macht. Ihr wollt entweder Antworten auf eure Fragen oder von anderen Menschen im Netz unterhalten werden. 

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In Facebookgruppen, in Foren, auf YouTube oder sonst wo kommt es oft vor, dass jemand etwas schreibt wie „Hey, bin übrigens Gitarrist! Hört euch mein neues Album an!!“ und dann folgt ein Link. Oder es wird eine Veranstaltung beworben mit „Kommt zu unserem Gig!“ – und das war’s. Wenn du als Urheber von solchen Sachen Glück hast, wird dein Kommentar weder gelöscht, noch gemeldet, noch mit Beleidigungen und „lass die sche*ß Werbung!!1!“ oder so beantwortet. Irgendwie will solche Sachen niemand sehen. Im Gegenteil, die meisten reagieren aggressiv darauf. 

Also musst du eine der beiden Bedürfnisse befriedigen, die Leute im Internet haben: Entweder, du bietest etwas an, was ihnen weiterhilft oder du bist eine unterhaltsame Person des öffentlichen Lebens.
Auf keinen Fall aber darfst du nur dich/dein Produkt anpreisen und sagen, wie toll es ist, ohne eines der beiden Bedürfnisse zu befriedigen. Das nervt irgendwie nur alle. 

Das heißt, du solltest nicht nur schreiben „Hört euch meine tolle Musik an!“
Wenn du auf die Problemlösungs-Strategie aufspringen willst, sag den Leuten, was es ihnen bringt, wenn sie deine Musik hören. Also sowas wie „Brauchst du noch einen Song für deine Metal-Party-Playlist? Wir hätten da was, das dir und deinen Freunden gefallen könnte.“ Oder „Mit dieser schönen Ballade lässt du jedes Herz schmelzen“ oder „Du suchst eine Veranstaltung in deiner Nähe, auf der du andere Mittelalter-Fans kennenlernen kannst? Komm am Sonntag bei uns vorbei, da gibt es auch Met! ;)“ 

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Wenn du in Richtung Unterhaltung gehen willst, dann sag nicht nur, DASS du jetzt mit deiner Band auf Tour gehst – denn wenn dich die Leute nicht eh schon kennen und sie nicht gezielt nach kommenden Gigs suchen, wird sie das nicht interessieren. Es gibt viele Bands da draußen, die auf Tournee gehen. 
Sorge dafür, dass es alle interessiert, indem die potentiellen Fans dich kennenlernen können. Tatsächlich wurde ich Mötley Crüe Fan als ich The Dirt gelesen habe und Kissin‘ Dynamite „Groupie“ während ich ihre alten Tour-Vlogs gesehen habe. Bei beiden Sachen hat man die Musiker wirklich persönlich kennen gelernt, mit allen abenteuerlichen Höhen und Tiefen. Man baut eine Verbindung auf und interessiert sich plötzlich für den Menschen hinter der Kunst. So werden neue Fans gewonnen, die bereit sind, Geld und Zeit aufzubringen, um euch sehen zu können. 

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Achtung: Diese Methode ist nicht für jedermann geeignet. Man muss sich der „Risiken“ bewusst sein, wenn man sein Leben und seine Persönlichkeit nach außen trägt. Wer möchte, kann sich also auch eine Kunstpersönlichkeit geben. Ein Alter Ego erschaffen gewissermaßen. Wichtig ist, dass Emotionen und Verbundenheit bei eurem Gegenüber erzeugt werden. 

Typisch für diese zwei Gleise ist das YouTuber-Universum. Es gibt die großen Entertainer, die Millionen von Followern haben. Sie müssen gar keinen großen „Mehrwert“ leisten oder Kompetenzen besitzen – aber sie geben Einblicke in ihr Leben, erzählen von Erfahrungen, sorgen auch mal für Gossip und sind unterhaltsam. Und es gibt die Kanäle, die jeder besucht, weil er sie für das nächste Referat braucht, für die nächste Studienarbeit, den Job. Die ganzen Anleitungen, die wir Tag für Tag schauen. 

Kurz gesagt: Drück der Welt da draußen nicht deine Musik aufs Auge wie eine flackernde Leuchtwerbung. Locke sie lieber mit Versprechungen – damit, was es ihnen bringt, wenn sie sich deine Kunst anschauen – oder gebe deinen zukünftigen Fans die Erlaubnis, dich persönlich kennen zu lernen.
Oder was denkst du, warum sich Menschen Room Tours, Reality Shows, Klatschmagazine, Behind the Scenes und ähnliches anschauen 😛 

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Quelle der Fotos: Pexels.com

 

 

„Der Aufstrebende“

Networken, Networken, Networken!
Wird uns immer gesagt.
Wird euch allen immer gesagt, wenn ihr etwas Kreatives erschaffen wollt.
Kooperation, Kooperation, Kooperation!
Heißt es an allen Ecken.
Heißt es von allen Ratgebern, die eure Fanbasis steigern wollen.

Dabei ist das Kennenlernen neuer Menschen gar nicht das Problem. Ein Bier. Ein witziger Kommentar. Eine gut formulierte E-Mail. Das reicht schon.

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Das, was schwierig ist, ist dieses Netzwerk ‚auszunutzen‘. Wirklich darauf aufzubauen und es zu riskieren. Will man wagen, jemanden den man mag, um einen Gefallen zu bitten, der vielleicht zu groß ist? Will man überhaupt zugeben, dass man sich einen Gefallen wünscht, ihn gar braucht? Was, wenn man ihn nie erwidern kann?

Und ist es überhaupt immer gut, „weiter“ kommen zu wollen? Oder sollten wir lieber anhalten und froh über das sein, was um uns herum ist? Vielleicht sogar umkehren, weil der Weg dann plötzlich so schön leichtfüßig ist?

Ich schreibe niemandem etwas zu und berufe mich hiermit auf die Kunstfreiheit. „Der Aufstrebende“ ist nur ein Gefühl, kein Faktum.
Denn Ausnahmen bestätigen die Regel und ich bin selbst immer wieder überrascht, wie cool diejenigen sind, die sich längst erlauben könnten, hochnäsig zu sein. Also Musiker, die man nach den Shows trifft, die Strippenzieher hinter den Events und so weiter. Ich mag es, wenn die jeweiligen „Rollen“ dabei in den Hintergrund geraten und man einfach nur mal Fan derselben Musik, Mitglied desselben Freundeskreises sein kann. Wie sehr es sich viele zu Herzen nehmen, einfach Mensch zu bleiben.

Doch ich habe auch das erlebt.

Stell dir vor, du bist musikalisch und spielst Gitarre seit deiner Kindheit. Zuhause auf dem Dorf warst du immer der Held. Wenn jemand musikalische Begleitung brauchte, ein Geburtstagsständchen singen wollte, wenn eine Feier anstand – du warst der erste, der gefragt wurde.

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Davon beflügelt hast du dich weiter in die Sache gestürzt. Hast angefangen, im weiteren Kreise zu spielen. Deine Sachen auf Soundcloud hochzuladen. Spielst Cover vor der laufenden Handycam. Deine Freunde feiern dich noch immer.
Doch in der Öffentlichkeit geht es dann los.
Du bist ja viel zu langsam. Du spielst ja nur die Standardsongs. Deine Stimme ist zu kratzig. Besorg dir mal ne ordentliche Gitarre. Dummer Hipster. Möchtegern Rocker.

Dann bist du Opener einer Show. Der Headliner des Tages ist einer deiner Helden. Du bist so stolz und glücklich. Doch als du auf die Bühne gehst, merkst du sofort: Dich will hier keiner. Die warten alle nur auf den, der nach dir kommt. Totales Desinteresse.
Früher auf dem Weihnachtsmarkt und beim Schulkonzert, da haben sich die Mädchen auf deinen Song gefreut und die Jungs wollten Tipps von dir. Jetzt hast du das Gefühl, dir jeden Zuhörer erbetteln zu müssen.

Die Fans kommen nach der Show an und wollen ihre Fotos mit dem Headliner schießen. Du lässt es lieber bleiben. Obwohl du selbst auch ein Fan bist, weiß er ja jetzt, dass du Ambitionen als Musiker hast. Das heißt, du würdest mit dem gemeinsamen Bild doch nur dein Image pushen wollen. Vielleicht solltest du es trotzdem versuchen. Ihr habt euch doch beim Soundcheck vorhin so gut verstanden. Aber nachdem der arme Kerl 300x wie eine Wachsfigur in die Kamera lächeln sollte, lässt du es lieber.

Guck mal, wie weit du es schon geschafft hast! rufen sie zuhause.

Körperlich hast du es auf ‚die große Bühne‘ geschafft, das ist richtig.
Aber psychisch liegst du tiefer unten denn je.

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Die Fame-Illusion

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Quelle: Pixabay

Warum schaffen es alle anderen, einen so tollen Aufstieg hinzulegen? Nur man selbst sitzt immer noch in seinem schimmeligen Proberaum oder zuhause während alle anderen munter auf Tournee gehen.
Der Typ, der erst letztes Jahr gesagt hat, dass er jetzt eine Band gründen wollte, spielt bereits beim Hurricane! Und die Nachbarin, die nur so aus Spaß ein paar Selfies von sich hochlädt, die nicht mal ein spezielles Talent hat, erhält ohne jede Mühe Werbedeals?? Währenddessen sitzt du immernoch da und feilst an der perfekten Ansprache für dein Idol, mit dem du endlich gemeinsame Sache machen möchtest. Doch du traust dich nicht, weil du eh abgelehnt wirst.

Kommt dir das bekannt vor?
Hast du das Gefühl, dass alle in deinem Umfeld ohne viel Aufwand Fans und Follower gewinnen, Musik und Shirts verkaufen oder auf Tour durchs ganze Land reisen? Das alles während du dir den A***h aufreißt, ohne, dass je etwas Nennenswertes passiert. Wirkt das nicht irgendwie… unlogisch? Ja gar… unfair!?

Nein. Denn es ist eine optische Täuschung.

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Quelle: Pixabay

Kurz gefasst lässt es sich so erklären:

  1. Du siehst immer nur, das, was erfolgreich wird bzw. „viral geht“. Alles andere entzieht sich deiner Aufmerksamkeit. Oder du siehst es, aber denkst nicht weiter darüber nach, belächelst es gar. Doch die wenigen Menschen, die mit ihrem Vorhaben schnell groß werden, DIE fallen auf. Die sind dir wortwörtlich ein Dorn im Auge.
  2. Ab einem gewissen Punkt stehen Profis hinter jedem künstlerischen Projekt – und deren Aufgabe ist es unter anderem, den Erfolg wie etwas absolut Natürliches aussehen zu lassen. Etwas, das sich einzig und allein aus dem Talent des Künstlers ergeben hat. Die Wahrheit zu zeigen, würde die romantische Illusion zerstören.

In Wahrheit sind die Gründe für Erfolg meistens eine Kombination aus diesen drei Faktoren: Ein großes (Werbe)Budget, das deinem Projekt zur Verfügung steht und durch das alles etwas beschleunigt werden kann (oft der Fall bei den Kindern und späten Projekten bereits erfolgreicher Personen); oder du hast riesiges Glück und findest jemanden, der eine enorme Reichweite und viele Möglichkeiten hat, der dich unter seine Fittische nimmt; oder du investierst 140% deiner Zeit und Energie in deine Idee. Das bedeutet auch, gewisse Risiken und Opfer dafür einzugehen.
Die wenigen glücklichen Fälle, die sich diesem Schema entziehen, fallen uns umso mehr auf. „Stars“, die scheinbar aus dem Nichts kommen, erhalten eine solche mediale Aufmerksamkeit, dass es uns Normalbürgern regelrecht unter die Nase gerieben wird: „ihr seid unfähig“.
Aber das ist Bullshit.

Die Sei-du-selbst-Lüge

Ebenso Bullshit ist die Aussage vieler „auf dem Boden gebliebener“ Sternchen, die bei jedem Interview wiederholen: ‚Der Schlüssel zum Erfolg sei, man selbst zu bleiben. Verbiege dich nicht, die Menschen merken das. Dann bist du nicht authentisch.‘

Solche Aussagen kennen wir doch alle, oder?

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Quelle: Pixabay

Das ist aber völliger Käse. Spätestens jetzt, bei meiner Recherche zum Thema Markenaufbau (weil ich darüber meine Abschlussarbeit schreibe) stoße ich immer wieder auf den Rat: Um als Marke (also auch als Band, Sänger, Produzent, YouTuber…) bekannt zu werden, muss man sich auf wenige Charaktereigenschaften konzentrieren und darf nichts tun, was dieser Klarheit wiederspricht.

Heißt: Man muss als Künstler jeglicher Art viel plakativer sein, als man das als Mensch eigentlich wäre. Man darf nichts tun, was dem Image widerspricht. Ich zum Beispiel erfülle diese Ansprüche – mit Absicht – nicht. Denn entweder hieße das, ich müsste jedem Nachwuchskünstler helfen können und mit vollem Einsatz persönlich unter die Arme greifen. Oder ich dürfte den ganzen Tag nichts anderes als Rock und Heavy Metal hören, müsste immer Schwarz, Glitzer und Animalprints tragen – ohne Ausnahme – und am besten mir noch das Hirn weg koksen. Das wäre der wahre Sleaze Rock Lifestyle 😛
Ich liebe Animalprints, alles was Glitzert, die Musik und Partys. Das ist die Wahrheit. Ich lüge nicht. Aber was ist mit der Sarah, die in Jeans und Pulli bei ihrer Tante im Garten sitzt und über vegetarische Rezepte redet. Nebenbei dudelt das Mainstremradio und ich kann alle Texte mitsingen. Die Sarah gibt es auch und ich werde einen Teufel tun, diese zu verheimlichen.
Persönlich finde ich Leute, die sagen, sie würden nie etwas anderes als echten Metal hören, sogar etwas anstrengend. Wenn ich die Macht hätte, würde ich eine Stiftung gründen, die sich für mehr Stil-, Hobby- und Szenenakzeptanz untereinander einsetzt. Das wäre Gift für einen klaren Markenaufbau, aber ein ehrliches Anliegen.
Im Herzen bin ich ein Hippie – aber ich mag keinen Psychedelischen Rock. Dumm gelaufen… xD

Soll heißen: Wer bei einer Zielgruppe richtig und 100% durchstarten will, muss sich in ihrer Mitte profilieren. Durch Social Media und solche Geschichten wurde das Showgeschäft zwar vermeintlich ehrlicher, doch wenn man genau nachdenkt, kann man durch seine täglichen Storys noch viel mehr Realität vorgaukeln als nur auf der Bühne und in den Medien. Wo ja jeder davon ausgeht, dass ein bisschen Inszenierung dabei ist. Gezieltes „ich bin genauso wie ihr, deswegen müsst ihr euch noch schlechter fühlen, weil ihr nicht so erfolgreich seid wie ich“ existiert überall.

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Band: Sextrow. Aufnahme aus ihrem Studio.

Noch so eine Floskel: Don’t give up

Dieser Artikel soll die Kreativen dieser Welt und ihre Taktiken nicht schlecht machen. Sie funktionieren ja scheinbar und sie geben uns eine Welt der Träume und Motivation. Wenn euer Erfolg nach außen leicht aussieht, habt ihr alles richtig gemacht.

Es soll nur ein kleiner Mutmacher sein für alle, die an sich und an der Langsamkeit ihres Fortschritts verzweifeln. Für all die hoffnungsvollen Rockbands da draußen, die endlich auf die großen Bühnen wollen. Für all die Blogger, von denen ich ständig lese, dass sie sich endlich faire, interessante Kooperationen wünschen. Für all die Schauspieler, Maler, Cosplayer, Models, Comedians, die sich wundern, warum alle anderen so viel mehr Besucher, Kunden, Follower haben, obwohl man sich doch auch so viel Mühe gibt.

Truth is: Es wirkt nur so, als wärt ihr die einzigen! Ihr seht die anderen nur nicht. Oder seid froh, dass ihr „wenigstens“ die jetzt hinter euch gelassen habt. Das ist alles, was hinter dieser Illusion steckt.

Ich kann euch leider nichts anderes raten außer einer dieser Floskeln. Dass man nicht gleich den Kopf in den Sand stecken darf. Entweder, man überlegt sich eine Strategie und riskiert etwas, um den Durchbruch zu schaffen. Oder man chillt einfach und denkt sich: Hey, so ist das viel entspannter 😀 Ich werde wenigstens nicht ständig auf der Straße angequatscht und kann trotzdem meine Leidenschaft ausleben!
Das hat auch seine Vorteile…

Zum Abschluss hätte ich noch eine Bitte an die Welt: Hört auf, Anfänger einer jeweiligen Kunst wegen ihres Anfängerstatus‘ zu haten.
Jeder fängt klein an, ohne Erfahrung, ohne gewinnbringende Kontakte, ohne Equipment und Auszeichnungen! Wenn ihr sie dafür fertig macht, erstickt ihr ihr Hobby und vielleicht einen großen Durchbruch im Keim. Das ist sehr schade.

Seid nett zueinander und helft euch lieber, als euch gegenseitig überbieten zu wollen.
Am Ende geht es so vermutlich sogar schneller, mit dem erhofften Erfolg <3
Ich wünsche euch dabei ganz viel Glück und Durchhaltevermögen. Eure Foxxy.